Begriffe wie PCB und PCBA werden in der Elektronikentwicklung häufig verwendet – und ebenso häufig verwechselt. Gerade in frühen Projektphasen oder bei der Beschaffung führt diese Unklarheit zu falschen Annahmen, unpräzisen Anfragen oder unnötigen Rückfragen. Dieser Beitrag erklärt den Unterschied zwischen PCB und PCBA klar und praxisnah und zeigt, wann welche Lösung sinnvoll ist.
26.12.2025, René Bachmann
PCB steht für Printed Circuit Board, auf Deutsch Leiterplatte. Ein PCB ist die unbestückte Leiterplatte, bestehend aus Basismaterial, Leiterbahnen, Pads und Bohrungen. Ein PCB erfüllt eine rein mechanische und elektrische Funktion:
✔ Es verbindet Bauteile elektrisch
✔ Es definiert die Struktur der Schaltung
✔ Es dient als Träger für elektronische Komponenten
Zu einem PCB gehören unter anderem:
✔ Kupferlagen
✔ Lötstopplack
✔ Bestückungsdruck
✔ Bohrungen und Durchkontaktierungen
Solange keine Bauteile montiert sind, spricht man ausschliesslich von einem PCB.
PCBA steht für Printed Circuit Board Assembly. Eine PCBA ist eine bestückte und gelötete Leiterplatte, also das fertige elektronische Modul. Zusätzlich zum PCB umfasst die PCBA:
✔ die Bauteilbeschaffung
✔ das Bestücken (SMT / THT)
✔ das Löten
✔ optische und elektrische Prüfungen
Erst durch die Bestückung wird aus einer Leiterplatte eine funktionale Baugruppe.
Kurz gesagt:
PCB = Träger
PCBA = funktionsfähige Elektronik
Der Unterschied liegt nicht im Produkt, sondern im Leistungsumfang. Ein PCB ist ein Zwischenprodukt. Eine PCBA ist ein funktionsfähiges Endprodukt innerhalb eines Geräts.
Wer ein PCB bestellt, erhält
✔ eine nackte Leiterplatte
✔ ohne Funktion
✔ ohne Bauteile
Wer eine PCBA fertigen lässt, erhält
✔ eine geprüfte Baugruppe
✔ mit montierten Komponenten
✔ bereit für Integration oder Test
Wann ein reines PCB ausreicht und wann eine PCBA notwendig ist, hängt stark vom Projektkontext ab. Ein PCB ist sinnvoll, wenn Bauteile intern bestückt werden, Testaufbauten manuell erfolgen oder lediglich mechanische Muster benötigt werden. In diesen Fällen dient die Leiterplatte primär als Trägerstruktur, ohne dass bereits eine funktionale Elektronik erforderlich ist. Sobald jedoch Prototypen funktionsfähig sein müssen, Serien gefertigt werden sollen oder reproduzierbare Qualität gefordert ist, reicht ein PCB nicht mehr aus. Insbesondere dann, wenn Zeit und interne Ressourcen begrenzt sind, ist eine PCBA der effizientere Weg. Gerade bei Prototypen und Kleinserien zeigt sich, dass die ausgelagerte Bestückung inklusive Prüfung häufig schneller, stabiler und wirtschaftlicher ist.
In der Praxis entstehen rund um PCB und PCBA immer wieder Missverständnisse. Ein verbreiteter Irrtum ist die Annahme, dass ein PCB bereits eine „fertige Elektronik“ darstellt. Ohne eine klare Trennung zwischen Leiterplatte und bestückter Baugruppe entstehen jedoch falsche Erwartungen, sowohl in der Entwicklung als auch in der Beschaffung. Typische Probleme zeigen sich in Form unvollständiger Stücklisten bei PCBA-Anfragen, fehlender Testanforderungen, falscher Annahmen zu Lieferzeiten oder unklarer Zuständigkeiten bei der Bauteilbeschaffung.
Auch im Einkauf ist die klare Unterscheidung zwischen PCB und PCBA entscheidend. Während sich PCB-Preise primär aus Material, Lagenaufbau und Layout ableiten, setzen sich PCBA-Kosten aus zusätzlichen Faktoren zusammen. Dazu gehören insbesondere die Bauteilkosten, der Bestückungsaufwand, das definierte Prüfkonzept sowie die Stückzahl. Ein direkter Preisvergleich ist daher nur dann sinnvoll, wenn eindeutig klar ist, ob über eine unbestückte Leiterplatte oder über eine vollständig montierte und geprüfte Baugruppe gesprochen wird.
Für Entwickler ist diese Differenzierung häufig selbstverständlich. Für Beschaffer hingegen, insbesondere wenn sie branchenfremde Vorerfahrungen mitbringen oder neu in der Elektronikbeschaffung sind, ist eine klare Orientierung entscheidend. Ein sauberes Verständnis der Begriffe schafft Transparenz, erleichtert interne Abstimmungen und verhindert Fehlinterpretationen bei Angeboten und Budgetplanung.
Online-Konfiguratoren für PCBs sind weit verbreitet und liefern schnelle Preisindikationen für unbestückte Leiterplatten. Diese Tools bilden jedoch nur einen Teil des tatsächlichen Endprodukts ab. Kosten für Bauteilbeschaffung, Bestückung, Prüfkonzepte und Logistik bleiben unberücksichtigt. Genau hier setzt RedBridge EMS an. Der PCBA Online-Preiskonfigurator von RedBridge EMS ist der erste seiner Art, der die gesamte PCBA kalkuliert – basierend auf realen Projektdaten wie Gerber-, Drill- und BOM-Dateien. Statt einer isolierten PCB-Schätzung entsteht so eine fundierte Preisindikation für die komplette Baugruppe. Zusätzlich schlägt der Konfigurator die Brücke zur Fertigung in China. Durch klar spezifizierte Daten, strukturierte Prozesse und geprüfte Partner lassen sich erhebliche Kostenvorteile realisieren, ohne auf Schweizer Qualitätsverständnis, Transparenz und Kontrolle zu verzichten.